Auf ein Wort - Zum Jahreswechsel

Auf ein Wort

 

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

den Jahreswechsel nehme ich gerne zum Anlass, Rückschau auf das sich dem Ende neigenden Jahr 2018 und Ausblick auf das vor der Tür stehende Jahr 2019 zu halten. An dieser Stelle, in dem amtlichen Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Unkel, natürlich nicht aus privater, sondern aus politischer Sicht.

 

Leider muss ich zu dem Ergebnis kommen, dass die politische Rückschau wenig Anlass zur Freude gibt. In diesem Zusammenhang wird häufig von „Politikverdrossenheit“ gesprochen. Dies ist nach meiner Wahrnehmung jedoch nicht zutreffend, da sich Bürgerinnen und Bürger gerne und intensiv in die Politik einbringen, insbesondere, wenn ihre Belange unmittelbar betroffen sind. Eher als eine „Politikverdrossenheit“ sehe ich einen Politiker- und Parteienverdruss. Letzterer wurde insbesondere Anfang des Jahres deutlich, als (immer noch) die Bildung unserer Bundesregierung anstand. Diesen Prozess habe nicht nur ich als chaotisch wahrgenommen. Auch in unserer Region haben das Verhalten und die Äußerungen einiger Politiker das notwendige Maß an Anstand und Respekt vermissen lassen. Diese beiden Begriffe scheinen einigen heute altmodisch vorzukommen. Bezüglich des Respekts höre ich auch häufig, dass man sich diesen zunächst erstmal verdienen muss. Das sehe ich anders. Jeder hat zunächst Respekt verdient. Jeder hat von Anfang an einen Anspruch darauf, mit Respekt behandelt zu werden. Man kann diesen Anspruch zwar durch seine eigenen Taten verlieren: doch erst dann hat man tatsächlich keinen Respekt mehr verdient. Wären Anstand und Respekt die Leitlinien unseres Handelns, müssten keine Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. Dann würde keinen Rettern die Zufahrt zu Häfen verwehrt werden. Dann würde niemand auf die Idee kommen, einen untauglichen Verfassungsschutzpräsidenten wegzubefördern. Dann wäre das Ohr näher dran an den Bürger/innen. Dann würde aber auch die Kritik an Politikern deutlich sachlicher ausfallen, als es gelegentlich der Fall ist. Ich respektiere selbstverständlich jede sachliche Kritik, aber wenn Politiker beleidigt werden, Hasskommentare im Netz verbreitet oder sogar Galgenbäume mit dem Namen von Politikern gebaut und auf Demonstrationen getragen werden, sind Grenzen der Toleranz deutlich überschritten.

 

Damit bin auch schon bei meinem Ausblick bzw. meinen Hoffnungen für das Jahr 2019. Ich wünsche mir für das nächste Jahr mehr Anstand und Respekt im gegenseitigen Umgang miteinander.

Im Mai 2019 sind Europa- und Kommunalwahlen. Ich wünsche mir, dass sich hier viele Bürger/innen um einen Sitz in den Parlamenten bewerben. Politik lebt vom Mitmachen, grade im kommunalen Bereich. Hier ist jede/r gefragt und nahezu jede/r hat die Möglichkeit, sich zur Wahl zu stellen. Hierzu bedarf es keiner Parteizugehörigkeit, wie auch mein Werdegang gezeigt hat.

 

Doch zunächst wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie die anstehenden Festtage im Kreise Ihrer Familien und der Menschen, die Ihnen nahe sind, entspannt genießen können. Für 2019 wünsche ich Ihnen Zuversicht, Erfolg und vor allem Gesundheit, so dass Sie am Ende des Jahres auf möglichst viele angenehme und wunderbare Tage zurückblicken können.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen,


Karsten Fehr

Bürgermeister