Auge Gottes
Der Koppel-Berg
Kath. Pfarrkirche St. Maria Magdalena
Obere Burg
Untere Burg
"Auge Gottes"
Die Sage vom "Auge Gottes"
In der Gemarkung des Dorfes Bruchhausen heißt eine Flur noch heute "Die Alte Burg". Von einer Burg ist weit und breit nichts mehr zu sehen, nur noch einzelne Mauerreste wuchtiger Fundamente zeugen davon, dass hier in alten Zeiten wirklich eine Burg gestanden hat. Nachdem der alte Burgherr verstorben war, übernahm ein neuer, gewalttätiger und hartherziger Jungherr die Rechte des Burgherrn. Er mordete und verfolgte wahllos das Wild, welches bisher vom alten Burgherrn gepflegt und geschont wurde. Aber diese wilde Jagd fand einmal ihr schroffes Ende. Bei einem seiner wilden Jagdzüge schob sich vor das eigentliche Ziel, eine todgeweihte Hirschkuh, plötzlich ein zweites Ziel schützend und verbergend. Ein großes Auge blickt den Schützen durchdringend an. Der wilde Jäger setzt ab und schaut zitternd in das strafend blickende "Auge Gottes". Er eilt nach Hause in seine Burg und man findet ihn später hängend am Dachbalken. Aufatmend vom harten Sklavenjoch erwarten die Burgbauern einen neuen Burgherrn. Aber zunächst erhalten sie als Geschenk die Freiheit, die sie noch der alten Burgherrin zu verdanken hatten. An der einsamen Stelle, wo Gott eingegriffen hatte, erbauten die nun freien Bauern ein Kapellchen. Vom Giebel schaut den Besucher ein großes Auge an, streng, aber auch väterlich milde. Darunter steht der Spruch: "Das Auge Gottes sieht alles!" In der Nische sieht man das Bild des kreuztragenden Heilands. Ruhebänke laden zum Nachdenken und Verweilen ein.
Der Koppel-Berg
Aus Dank dafür, dass der Ort während des Krieges vor größeren Zerstörungen verschont blieb, pilgern die Rheinbreitbacher seit 1945 in jedem Jahr am Fest Christi Himmelfahrt auf den Berg hinauf und feiern dort eine festliche heilige Messe. Der Brauch geht auf ein Gelübde des Jesuiten-Paters W. Wallmeyer zurück.
Kath. Pfarrkirche St. Maria Magdalena
Kirchplatz
Eine spätgotische Pfarrkirche aus dem 15./16. Jahrhundert mit modernem Erweiterungsbau. Zunächst springt dem Betrachter der bis zum Gesims des Glockengeschosses ungegliederte, verputzte Turm aus heimischer Grauwacke mit Eckbegrenzungen aus Trachyt ins Auge. Er ist der Westfront der Kirche in der Mitte vorgesetzt. Das Glockengeschoss unter dem spitzen Pyramidendach ist durch ein hervorkragendes Gesims abgesetzt und trägt nach allen Seiten große, spitzbogige Klangarkaden, die durch Maßwerk unterteilt sind. Das Eingangsportal in Trachytfassung hat einen geraden Sturz. Die darüber befindliche Nische, in der früher eine Holzfigur der Kirchenpatronin aus dem 18. Jahrhundert stand, ist heute leer. Die Ausstattung im Kircheninnern stammt im wesentlichen aus der Zeit des Barock. Die drei Altäre sind aus Holz. Der Hochaltar, der in einem Visitationsbericht von 1620 als "neu errichtet" bezeichnet wird, stammt in Teilen aus dem 18. Jahrhundert. Neben der Sakramentsnische stehen die aus gleicher Zeit stammenden, etwa 1 m großen Holzfiguren der Mutter Gottes und der Kirchenpatronin Maria Magdalena. Rechts und links vom Triumphbogen befinden sich die beiden Seitenaltäre. Der Gesamteindruck der Kirche zeigt die Bauentwicklung einer Landkirche von spätgotischen Formen im Chor des 15. und des Langhauses des 16. Jahrhunderts, gepaart mit einer modernen Erweiterung der Nachkriegszeit.
Obere Burg
Schulstraße 7a
Bis 1655 Lehen des Stiftes Maria ad Gradus in Köln derer von Lewendal. 1907 erwarb der Dichter und Schriftsteller Rudolf Herzog das Gebäude, das bis in die nahe Gegenwart hinein als "Herzogburg" bezeichnet wurde. Nach dem Tode Rudolf Herzogs im Jahre 1943 wurde es still um die Burg. Am Ende des Krieges beschädigt, war sie lange dem Verfall ausgesetzt. Erst die Familie Bartel hat dann im Sinne des Denkmalschutzes umsichtig zu restaurieren begonnen. Mitte der achtziger Jahre stand die "Obere Burg" schließlich zum Verkauf. Auf Initiative des damaligen Ortsbürgermeisters Manfred Königstein wurde das Gebäude mit Unterstützung von Kreis und Land von der Ortsgemeinde Rheinbreitbach erworben und in mehreren Etappen saniert. Heute ist die "Obere Burg" ein kultureller Anziehungspunkt über die Grenzen Rheinbreitbachs hinaus geworden.
Untere Burg
Burgstraße/Westerwaldstraße
Die Burg der Herren von Breitbach, östlich der Kirche gelegen und einst die älteste Wasserburg des Rheinlandes. Sie diente bis etwa 1500 als ständiger Aufenthalt. Nach dem Erwerb des ersten Teils von Schloß Bürresheim im Jahre 1473 verlegten sie ihren Wohnsitz dorthin und später, gegen Ende des 17. Jh., nach Koblenz. In den darauffolgenden Jahrhunderten verpachteten die Herren von Breitbach ihr Haus mit den zugehörigen Gütern. Bewohnt war die Untere Burg bis kurz vor dem 2. Weltkrieg. Sie war im Nordosten und Osten durch einen Graben geschützt. Im Süden und Südwesten stieß sie mit ihren Nebengebäuden an die heutige Westerwaldstraße und schloß dort mit einer starken Mauer ab, die Anfang der 70er Jahre aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen wurde. Von dieser Mauer ist heute nur der breite Eingangstorbogen der Burganlage erhalten. Auf dem Schlussstein des Torbogens ist das Wappen der Herren von Breitbach ausgehauen.